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NEUSTART 1961

„Die Oper ist Zauberei“, sagte Gustav Rudolf Sellner, der erste Intendant der 1961 neu eröffneten Deutschen Oper Berlin.
Gleiches gilt auch für den Film – aus Licht und Zeit entstehen Bilder, die ein Fenster in die Vergangenheit öffnen und den
Betrachter*innen die Möglichkeit geben, Zeitgeschichte nachzuerleben.
Das Areal, auf dem sich heute die Deutsche Oper Berlin befinden, hat mehrere Transformationsprozesse durchlaufen,
was lag also näher, als diese Verwandlungen sichtbar zu machen. Das Opernhaus, verwandelt sich zum 60. Jubiläum
und bekommt ein Gewand aus Geschichte übergesteift und läßt die Stadt zur Bühne werden. Die Filmprojektionen auf
der Fassade des Restaurant Deutsche Oper lassen die Entstehung des neuen Hauses von der Nachkriegszeit über die
Bauarbeiten bis zur Eröffnung des Neubaus von Fritz Bornemann 1961 wieder lebendig werden.

24.09. - 03.10. 2021
ab 19 Uhr
Deutsche Oper Berlin
Bismarckstraße 35
10627 Berlin

ARTSPACE BREMERHAVEN

Christine Kisorsy thematisiert die Stadt als räumliches Archiv der Alltagskultur. In ihrer Fotoserie "Kaugummiautomaten" widmet sie sich den
immer noch mechanisch funktionierenden Automaten, die längst nicht mehr in unsere zunehmend technisierte Welt passen. Aus den
aufpolierten Vorzeigevierteln durchsanierter Innenstädte wurden sie längst verbannt.
Die verbliebenen Automaten trotzen anachronistisch ihrer Umwelt, mit der sie um so mehr verwachsen scheinen, je mehr sie in Vergessenheit
geraten. Sie werden mit Graffiti und Aufklebern als alltägliches Kommunikationsforum genutzt, sind aber selbst längst zu Museumstücken der
Alltagskultur geworden. Wer eine Stadt und seine Bezirke von einer anderen Seite kennenlernen möchte, kann sich auf die Such nach ihnen
begeben und wird entdecken, dass sie ein Indikator sind für die unterschiedlichen Lebenswelten und den sozialen Status seiner Bewohner.

Mit der für "ARTSPACE BREMERHAVEN" entwickelten Präsentation in der "Alten Bürger", der Szene- und Kulturmeile eines Altbauquartiers,
kehren die Kaugummiautomaten wieder an die Häuserwände zurück und verwandeln den Stadtraum temporär in einen Kunstraum.

Samstag, 11. September - Sonntag, 12.September 2021
Bürgermeister-Smidt-Strasse 218
27568 Bremerhaven

Die Nacht. Alles außer Schlaf

Mit der Elektrifizierung und dem Aufkommen der ersten Leuchtreklamen um die Jahrhundertwende hat sich das
Nachtbild der Städte verändert: Aus den zuvor mit Gaslaternen nur mässig beleuchteten Großstädten wurden
Metropolen, strahlend vor neuem Selbstbewusstsein.

Die leuchtenden Schriftzüge verwandelten nach Einbruch der Dunkelheit den Bouvevard in eine Bühne, bevölkert
von Flaneuren und Vergnügungssuchenden. Die illuminierte nächtliche Großstadt mit ihren Geschäften, Hotels
Kinos, Restaurants und Tanz-Bars sendete ihre Botschaften von Verlockungen und vom schillernden Zauberglanz
der Warenwelt aus. Die Bilder von erleuchteten Prachtboulevards sind ein Teil unseres visuellen Gedächtnisses
geworden. Mit Leuchtreklamen aus Neon sind Bilder entstanden, die den Boulevard zur Ikone des urbanen
Lebens gemacht haben.

Die Installation "Neon-Boulevard" von Christine Kisorsy wurde eingeladen als Ausstellungsbeteiligung der Sonderausstellung "Die Nacht. Alles außer Schlaf" von der Museumsstiftung Post und Telekommunikation.
Sie ist zu sehen:
Ab September 2017 im Museum für Kommunikation Berlin.
Ab Frühjahr 2018 im Museum für Kommunikation Frankfurt am Main.
Ab Herbst 2018 im Museum für Kommunikation Nürnberg.

HOTEL LUNIK - Portraits von Menschen und Räumen

Hotels gehören zum gebauten Gedächtnis einer Stadt. Doch ihre Seele sind die Mitarbeiter und die Geschichte des Hotels ist mit den Menschen verbunden, die es zu dem gemacht haben, was es in der Erinnerung bleiben wird: Ein Mythos. Für die Menschen, die das Hotel ein Leben lang begleitet hat, ist es mehr als nur ein Gebäude, es ist ein Teil ihrer Biographien.
Ein Hotel, das fest in der kollektiven Erinnererung seiner Stadt verankert ist, ist das Hotel LUNIK in Eisenhüttenstadt. Eröffnet 1963 als erstes Haus am Platze, wurde es schnell zu einem gesellschaftlichen Mittelpunkt. Fast 40 Jahre empfing das Hotel Gäste aus Ost und West, die in seinen Zimmern schliefen, im Restaurant speisten und sich in der Nachtbar vergnügten. Das Gebäude, das heute eine Ruine ist, lässt die architekturgeschichtliche und gesellschaftliche Bedeutung und den Luxus von einst nur noch erahnen.

Christine Kisorsy hat eine Serie dokumentarischer Portraits des Ortes und der ehemaligen Angestellten und des Hauses geschaffen, welche einen Einblick geben in die - wenngleich versunkene - Arbeitswelt des Hotels vom Direktor bis zum Hausmeister.

HOTEL LUNIK - Portraits von Menschen und Räumen
Fotografien von Christine Kisorsy
Im Rahmen von cinefest - XII. Internationales Festival des deutschen Filmerbes 2015

À propos de nice

„À propos de Nice“ führt den Betrachter zu einem der Sehnsuchtsorte des „alten Europa“. NIzza, die Stadt an der französischen Riviera, wurde durch ihr mildes Klima Anfang des 20. Jahrhunderts Zufluchtsort der Europäischen Oberschicht vor den kalten Wintern und konformem Alltagsdasein. Durch das besondere Licht wurde die Stadt zur Inspirationsquelle für Fotografen und Filmemacher, wie z.B. Jean Vigo. In seinem Dokumentarfilm "À propos de Nice" (1930) zeigt er anhand von unterschiedlichen urbanen Strukturen und der Gegenüberstellung von Lebenswelten auf den mondänen Bouldevards und in den Elendsvierteln die Gegensätze von "arm" und "reich".

Die gesellschaftlichen Gegensätze gibt es auch heute noch, doch werden sie anders sichtbar - wie in vielen ehemals mondänen Badeorten, in denen der Mythos verblasste und längst von einer neuen Wirklichkeit eingeholt wurde. Aus dem einstigen Prachtboulevard wurde eine Zufahrtsstrasse zum Flughafen, aus einem Stadtpalais ein Einkaufszentrum und immer mehr Einwohner werden durch soziale Verdrängung gezwungen, ihre Wohnungen und Häuser im Stadtzentrum zu verkaufen und in die billigeren Gebiete am Stadtrand zu ziehen. Auch hier in Nizza haben sich Parallelwelten gebildet, die mit den eleganten, palmengesäumten Alleen nichts mehr zu tun haben.

Ein Projekt von Movement for Galleries im Rahmen des 6. Europäischen Monats der Fotografie Berlin 2014