Neonboulevard

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Die Nacht - Alles ausser Schlaf
Neon Boulevard

Mit der Elektrifizierung und dem Aufkommen der ersten Leuchtreklamen um die Jahrhundertwende hat sich das
Nachtbild der Städte verändert: Aus den zuvor mit Gaslaternen nur mässig beleuchteten Großstädten wurden
Metropolen, strahlend vor neuem Selbstbewusstsein.

Die leuchtenden Schriftzüge verwandelten nach Einbruch der Dunkelheit den Bouvevard in eine Bühne, bevölkert
von Flaneuren und Vergnügungssuchenden. Die illuminierte nächtliche Großstadt mit ihren Geschäften, Hotels
Kinos, Restaurants und Tanz-Bars sendete ihre Botschaften von Verlockungen und vom schillernden Zauberglanz
der Warenwelt aus. Die Bilder von erleuchteten Prachtboulevards sind ein Teil unseres visuellen Gedächtnisses
geworden. Mit den Leuchtreklamen aus Neon sind Bilder entstanden, die den Boulevard zur Ikone des urbanen
Lebens gemacht haben.

Die Installation "Neon-Boulevard" bestehend aus Fotos von Neonleucht.reklamen von Christine Kisorsy aus ganz Europa, entstanden seit den 1990er Jahren, werden nun gezeigt im Rahmen der Ausstellung:
"Die Nacht - Alles ausser Schlaf."

Ab September 2017 im Museum für Kommunikation Berlin
Ab März 2018 im Museum für Kommunikation Frankfurt am Main
Ab September 2018 im Museum für Kommunikation Nürnberg

29. Sommerakademie Bremerhaven - Kurs Künstlerische Dokumentarfotografie "Stadt der Zeichen"

Die Schriftzeichen einer Kultur sind der Ausdruck ihrer Identität und der Schlüssel zu ihrem Verständnis.
Ihre Buchstaben und Zeichen ermöglichen es, miteinander zu kommunizieren und uns zu orientieren.
Der Flaneur, der durch die Strassen wandelt, kann in den urbanen Strukturen einer Stadt Schriftzeichen
entdecken und die Stadt wie ein Buch lesen.

Der Kurs "Stadt der Zeichen" stellt eine Weiterentwicklung der künstlerischen Dokumentarfotografie in
den Mittelpunkt: Den Stadtraum als Arbeitsoberfläche zu begreifen und als neuen ästhetischen Erlebnisraum
zu erkunden. Die Kursteilnehmer werden lernen, sich von tradierten Sehgewohnheiten loszulösen, die
Wahrnehmung zu schärfem, auch ungewohnte Perspektiven einzunehmen und ihre Stadt neu zu entdecken.
Mit den Mitteln der Abstraktion wird der Fokus auf urbane Strukturen, Ausschnitte und Details gerichtet und
diese in ein urbane Typologie übersetzt.

Eine Gruppenausstellung, welche die Erarbeitung einer Präsentation der Arbeiten in Verbindung von
Stadtraum und Kunstraum ermöglicht, bildet den Abschluss des Kurses.

Juni/Juli 2017

HOTEL LUNIK - Portraits von Menschen und Räumen

Hotels gehören zum gebauten Gedächtnis einer Stadt. Doch ihre Seele sind die Mitarbeiter und die Geschichte des Hotels ist mit den Menschen verbunden, die es zu dem gemacht haben, was es in der Erinnerung bleiben wird: Ein Mythos. Für die Menschen, die das Hotel ein Leben lang begleitet hat, ist es mehr als nur ein Gebäude, es ist ein Teil ihrer Biographien.
Ein Hotel, das fest in der kollektiven Erinnererung seiner Stadt verankert ist, ist das Hotel LUNIK in Eisenhüttenstadt. Eröffnet 1963 als erstes Haus am Platze, wurde es schnell zu einem gesellschaftlichen Mittelpunkt. Fast 40 Jahre empfing das Hotel Gäste aus Ost und West, die in seinen Zimmern schliefen, im Restaurant speisten und sich in der Nachtbar vergnügten. Das Gebäude, das heute eine Ruine ist, lässt die architekturgeschichtliche und gesellschaftliche Bedeutung und den Luxus von einst nur noch erahnen.

Christine Kisorsy hat eine Serie dokumentarischer Portraits des Ortes und der ehemaligen Angestellten und des Hauses geschaffen, welche einen Einblick geben in die - wenngleich versunkene - Arbeitswelt des Hotels vom Direktor bis zum Hausmeister.

HOTEL LUNIK - Portraits von Menschen und Räumen
Fotografien von Christine Kisorsy
Im Rahmen von cinefest - XII. Internationales Festival des deutschen Filmerbes 2015

À propos de nice

„À propos de Nice“ führt den Betrachter zu einem der Sehnsuchtsorte des „alten Europa“. NIzza, die Stadt an der französischen Riviera, wurde durch ihr mildes Klima Anfang des 20. Jahrhunderts Zufluchtsort der Europäischen Oberschicht vor den kalten Wintern und konformem Alltagsdasein. Durch das besondere Licht wurde die Stadt zur Inspirationsquelle für Fotografen und Filmemacher, wie z.B. Jean Vigo. In seinem Dokumentarfilm "À propos de Nice" (1930) zeigt er anhand von unterschiedlichen urbanen Strukturen und der Gegenüberstellung von Lebenswelten auf den mondänen Bouldevards und in den Elendsvierteln die Gegensätze von "arm" und "reich".

Die gesellschaftlichen Gegensätze gibt es auch heute noch, doch werden sie anders sichtbar - wie in vielen ehemals mondänen Badeorten, in denen der Mythos verblasste und längst von einer neuen Wirklichkeit eingeholt wurde. Aus dem einstigen Prachtboulevard wurde eine Zufahrtsstrasse zum Flughafen, aus einem Stadtpalais ein Einkaufszentrum und immer mehr Einwohner werden durch soziale Verdrängung gezwungen, ihre Wohnungen und Häuser im Stadtzentrum zu verkaufen und in die billigeren Gebiete am Stadtrand zu ziehen. Auch hier in Nizza haben sich Parallelwelten gebildet, die mit den eleganten, palmengesäumten Alleen nichts mehr zu tun haben.

Ein Projekt von Movement for Galleries im Rahmen des 6. Europäischen Monats der Fotografie Berlin 2014